Facharztausbildung an der Klinik für Gefäßchirurgie Bochum

Gegliedertes Weiterbildungsprogramm für die Basis-Weiterbildung „Chirurgie“

Die Basis-Weiterbildung „Chirurgie“ (common-trunk) ist in der Chirurgischen Klinik der Augusta-Kranken-Anstalt Bochum, die sich in die Klinik für Allgemein- und Visceralchirurgie sowie in die Klinik für Gefäßchirurgie gliedert, wie folgt strukturiert:

Die ersten 6 Monate des common-trunks verbringen die Weiterzubildenden in der Chirurgischen Ambulanz unter kontinuierlicher oberärztlicher Anleitung durch den Ambulanzoberarzt.

Anschließend folgen zwei 6-monatige Ausbildungsrotationen auf eine der großen allgemein- und visceralchirurgische Stationen, der Kurzliegerstation oder der gefäßchirurgischen Station. Die letzten 6 Monate der Basisweiterbildung verbringen die Weiterzubildenden ausschließlich auf der Intensiv- und Überwachungsstation.

Weiterbildungsinhalte der ersten 6 Monate:

  • Erlernen chirurgischer Grundtechniken im Rahmen der Wundversorgung
  • Erkennen chirurgischer Krankheitsbilder
  • Dokumentation der erhobenen Befunde
  • Erstellung eines diagnostischen Plans für chirurgische Krankheitsbilder
  • Erstellung eines therapeutischen Konzeptes für chirurgische Krankheitsbilder
  • Erstversorgung chirurgischer Notfallpatienten.

Während der Rotation auf die allgemein- und visceralchirugischen Stationen bzw. auf die gefäßchirugische Station erlernen die Weiterzubildenden folgende Inhalte:

  • Versorgung von chirurgischen Patienten auf der Station
  • Postoperative Betreuung von chirurgischen Patienten
  • Rationelle medikamentöse und Infusionstherapie
  • Beurteilung postoperativer chirurgischer Wunden
  • Arztbriefwesen
  • Operative Ausbildung mit folgendem Spektrum:
    • Abszessspaltung
    • Weichteiltumorexstirpation
    • Lymphknotenexstirpation
    • Portanlagen
    • Thoraxdrainagen
    • Appendektomien
    • Konventionelle Herniotomien
    • Laparoskopische Cholezystektomien
    • Proktologische Eingriffe bis hin zur Longo-Hämorrhoidopexie
    • Ggf. gefäßchirurgische Operationen wie Varizenexhairese, Crossektomien, Thrombektomien u. Shunt-Anlagen.

Während der Rotationsphase auf der Intensiv- und Überwachungsstation werden folgende Weiterbildungsinhalte vermittelt:

  • Parenterale Ernährung
  • Überwachung der Homöostase des Elektrolythaushaltes
  • Nieren-Ersatzverfahren
  • Übertragung von Bluttransfusionen
  • Legen zentralvenöser Katheter
  • Arterielle Punktionen
  • Intubationen
  • Grundlagen der Ventilationstherapie.

Alle Weiterzubildenden haben während des ersten Jahres ihrer Ausbildung die Fachkunde Strahlenschutz durch die entsprechenden Kurse zu erlangen. Darüber hinaus besuchen alle Weiterzubildenden einen Sonographiekurs und beginnen dann regelmäßig selbständig zu sonographieren. Allen Weiterzubildenden wird angeraten Kurse für chirurgische und gefäßchirurgische Grundtechniken zu besuchen.

Alle Weiterzubildenden nehmen täglich an der Indikationsbesprechung teil. Darüber hinaus ist die tägliche Röntgenbesprechung eine Pflichtveranstaltung.

Einmal in der Woche findet eine interne Weiterbildung in der Chirurgischen Klinik statt. Diese Weiterbildung ist durch die Ärztekammer Westfalen-Lippe mit 1 Punkt als Fortbildungsveranstaltung zertifiziert.

Zu Beginn eines jeden Weiterbildungsjahres findet ein Zielvereinbarungsgespräch statt. Zu diesem Zielvereinbarungsgespräch werden die Mitarbeiter mindestens eine Woche vorher schriftlich eingeladen. In der Einladung werden den Mitarbeitern die Zielvorstellungen von Seiten der Klinik dargelegt. Die Mitarbeiter haben dann die Möglichkeit ihrerseits ihre Zielvorstellungen für das kommende Jahr zu artikulieren. In dem Gespräch wird dann Konsens im Sinne der Zielvereinbarungen für das nächste Jahr getroffen. Diese Zielvereinbarungen werden schriftlich protokolliert, vom Weiterbildungsermächtigten und dem Weiterzubildenden unterschrieben und beiden Seiten ausgehändigt.

Bochum, Januar 2009

Priv. Doz. Dr. med. B. Mann
Dr. med. Jochen Beyer