Spezialgebiete der Klinik für Gefäßchirurgie

Spezialgebiete

Differenzierte Shuntchirurgie

Mit über 500 Eingriffen bei Dialysepatienten ist dies einer der absoluten Schwerpunkte der Abteilung. Unter der Leitung von Dr. Latka hat sich das Team der Gefäßchirurgischen Klinik der Augusta-Kranken-Anstalten als Spezialist in der Shuntchirurgie einen überregionalen Namen gemacht. Unter der Leitung von Dr. Beyer konnte dies weitergeführt und ausgebaut werden. Sämtliche ärztlichen Mitarbeiter der Gefäßchirurgischen Klinik sind in der Shuntchirurgie sehr versiert. Dies ermöglicht eine Rundumversorgung 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. Sehr wichtig sind uns der enge Kontakt mit den zuweisenden Nephrologen sowie die zeitnahe Versorgung aller Shuntpatienten.

In unserer Klinik besteht seit vielen Jahren eine enge Zusammenarbeit sowohl mit der Abteilung für Nierenerkrankungen (Nephrologie) im Hause als auch mit der größten ambulanten Dialyseabteilung der Region, KfH, Bergstraße 25 in Bochum.

Durch die regelmäßige mechanische Belastung aller Dialysezugänge durch in der Regel dreimalige Dialyse pro Woche sind Shuntkorrekturen in bestimmten Intervallen normal. Patienten mit Kunststoffshunts bedürfen im arithmetischen Mittel alle 9 - 15 Monate einer Korrekturoperation. Bei Patienten mit nativen (körpereigenes Material) Shunts (AV-Fistel) sind diese Intervalle länger jedoch nicht völlig vermeidbar. Eingriffe bei akuten Shuntverschlüssen sowie Blutung oder Entzündungen gehören damit zu unseren täglichen Routineeingriffen.

Ein modernes OP-Management mit einem OP-Koordinator sowie die enge Zusammenarbeit mit den zuweisenden Nephrologen ermöglicht es uns in der Regel noch am selben Tag eine Shuntkorrektur durchzuführen und damit dem Patienten die Dialyse über einen Kunststoffkatheter am Hals oder ggf. eine Leistenpunktion zu ersparen. Oberstes Ziel ist es, im Rahmen der Korrekturoperationen eine punktionsfähige Strecke zur Dialyse zu erhalten.

Modernste Duplexsonographiegeräte in unserer gefäßchirurgischen Sprechstunde erlauben uns eine exakte Shuntplanung im Vorfeld. Nur in wenigen Fällen ist eine zusätzliche Röntgenkontrastdarstellung erforderlich. Röntgenkontrastuntersuchungen erfolgen in der Regel in direkter Therapiebereitschaft in Absprache mit Dr. Longwitz und es können im Rahmen der bildgebenden Diagnostik sofortige Therapien durch Ballon-Dilatationen, Blade-PTA`s oder Stent-Implantationen erfolgen.

Vor Shunterstanlagen wird eine komplette klinische und Ultraschalldiagnostik aller Armvenen und -arterien sowie wenn notwendig auch der Gefäße der Beine durchgeführt. Nach entsprechender ambulanter Vorbereitung der Patienten auf den Eingriff können diese, wenn gewünscht, erst am Operationstag nüchtern in die Klinik kommen. Bei Eingriffen ohne Kunststoffprothesen können die Patienten häufig noch am Operationstag oder zumeist am Folgetag wieder die Klinik verlassen, so dass der stationäre Aufenthalt für diese chronisch kranken Patienten so kurz wie möglich ist.

Während der Operation können wir durch moderne Flussmessgeräte die Prognose der angelegten AV-Fistel ermitteln und technische Fehler bei der Durchführung der AV-Fisteln weitestgehend ausschließen. Neben der schriftlichen Dokumentation und der Mitgabe des Arztbriefes erhalten die Patienten Skizzen des angelegten Shunts. An diesen Skizzen kann sich das Fachpersonal in den Dialyseeinheiten bei der Punktion der Shunts orientieren, was dass das Risiko der Fehlpunktion deutlich minimiert wird.

In unserer täglichen OP-Besprechung werden im Team die Shunts diskutiert und ggf. weitere Korrekturoperationen für die Zukunft geplant. Durch diese Art der Dokumentation ist es für alle ärztlichen Mitarbeiter auch außerhalb der Regelarbeitszeit möglich, Shuntpatienten in der Akutsituation optimal zu behandeln.

Aufgrund der sehr guten Zusammenarbeit mit den zuweisenden Nephrologen gelingt es in der Regel bei Patienten mit zu erwartender Dialysepflichtigkeit frühzeitig einen Shunteingriff durchzuführen, so dass eine ausreichende Zeit zur Shuntreifung gewährleistet ist. Müssen Patienten kurzfristig an die Dialyse oder tritt ein akutes Nierenversagen auf, so werden zunehmend Kombinationseingriffe mit ergänzender Implantation von Dialysekathetern durchgeführt. Dadurch kann eine mehrfache Kunststoffkatheter- oder Leistenpunktion vermieden werden.

Nach Reifung einer AV-Fistel können die Dauerdialysekatheter in einem kleinen ambulanten Eingriff in der gefäßchirurgischen Sprechstunde wieder entfernt werden.

Weitere Informationen

» Patienteninformation: Dialysezugänge / Shuntchirurgie