Spezialgebiete der Klinik für Gefäßchirurgie

Spezialgebiete

Aortenchirurgie / Aneurysmachirurgie

In unserer Abteilung werden sämtliche offenen und endovaskulären Verfahren zur Behandlung der Bauchaorta (Hauptschlagader) angeboten.

Wir legen hohen Wert auf die individuelle Beratung der Patienten mit einer persönlichen Risikostratefizierung. Neben der Auswahl des Therapieverfahrens (offen gegenüber endovaskulär) ist vor allen Dingen die Indikation (Therapienotwendigkeit) für jeden Patienten zu klären.

Vorsorge

Die überwiegende Zahl der Aortenaneurysmen (Erweiterung der Hauptschlagader) bleibt klinisch stumm. Die betroffenen Patienten haben keinerlei Symptome, die zu einer Vorstellung beim Arzt führen. Es ist daher unerlässlich, dass Patienten, die ein erhöhtes Risiko haben, frühzeitig aufgeklärt werden und sich einer Vorsorgeuntersuchung unterziehen. Als Standarduntersuchungsverfahren hat sich hier die Ultraschalluntersuchung. Sie ist schmerzfrei und nicht belastend. Mit ihr können 95% der Bauchaortenaneurysmen diagnostiziert werden. Damit ist sie allen weiteren bekannten Screening-Untersuchungen weit überlegen. Grundsätzlich sollten alle Männer ab dem 60. Lebensjahr sowie Patienten mit Risikofaktoren für eine Arteriosklerose eine Vorsorgeuntersuchung durchführen lassen. Die Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie (DGG) betreibt derzeit eine sehr intensive Aufklärungsarbeit.

Indikation

Wenn ein Aneurysma platzt, kann der Patient in kurzer Zeit innerlich verbluten. Dieses Rupturrisiko ist in erster Linie abhängig von der Größe der Aneurysmen, aber auch von der Wandbeschaffenheit sowie der Wachstumsgeschwindigkeit und den Begleiterkrankungen des Patienten. Dieses persönliche Risiko des Patienten muss ins Verhältnis gesetzt werden zum Operationsrisiko des Eingriffes. Hier stehen die Belastung des Herz-/Krerislaufsystems sowie der Lunge im Vordergrund.

Wir bieten daher eine umfassende Beratung im Rahmen unserer Gefäßsprechstunde an. Sämtliche relevanten Fachabteilungen sind im Hause ansässig.

Therapie

Neben der klassischen offen-chirurgischen Methode, bei der der krankhafte Teil der Aorta durch eine Kunststoffprothese operativ ersetzt wird, ist es möglich, Aneurysmen von innen zu schienen. Über die Leistenschlagadern können mit Kathetersystemen diese Prothesen bis in die Aorta vorgeschoben werden und hier das Aneurysma von innen stabilisieren. Ob diese Verfahren im Einzelfall für den Patienten in Frage kommen, hängt davon ab, welcher Anteil der Aorta betroffen ist sowie von der Wandbeschaffenheit in diesem Bereich und den Zugangsgefäßen. Jeder Patient wird individuell über sämtliche mögliche Verfahren aufgeklärt.

Notfallversorgung

Neben den exzellenten Ergebnissen bei der elektiven (planbaren) Aneurysmachirurgie zeigt unser modernes Notfallmanagement im Zusammenspiel zwischen den Fachabteilungen sehr erfreuliche Ergebnisse in der Notfallversorgung von Aneurysmapatienten. Bisher lag die Sterblichkeit von Patienten mit rupturierten Aneurysmen durchschnittlich bei 50%, diese Zahl konnte in unserem Hause in den letzten Jahren deutlich gesenkt werden. Durch die Abläufe der Notfalldiagnostik (farbkodierte Duplexsonographie und Notfall-CT) sowie die Organisation des Rettungsdienstes in der Klinik für Anästhesiologie im Hause können Notfallpatienten unverzüglich operativ zielgerichtet versorgt werden.

Eingriffe an der suprarenalen Aorta sowie im thorako-abdominellen Übergang

Aneurysmen der thorakalen sowie der thorako-abdominalen Aorta sind deutlich seltener als Aneurysmen der infrarenalen Aorta. Aufgrund der Komplexität der Blutversorgung der Viszeralarterien sind diese Aneurysmen jedoch in ihrer Versorgung deutlich aufwändiger. Während der operativen Versorgung dieser Aneurysmen muss die Durchblutung der Oberbauchorgane aufrecht erhalten werden. Durch die Möglichkeit der Organperfusion über eine Aortenkanüle bei schlagendem Herzen ist es uns möglich, diese Art von Aneurysmen ohne den Einsatz einer Herzlungenmaschine operativ zu versorgen.

Insbesondere im Bereich der thorakalen Aorta (Brustschlagader) haben sich die endovaskulären Verfahren enorm entwickelt, so dass sie hier in diesem Bereich mittlerweile die offen-chirurgischen Verfahren fast vollständig ersetzt haben.

Alle endoprothetischen Eingriffe an der Aorta werden in unserem Zentral-OP durchgeführt. Hier ist ein spezieller Saal eingerichtet, in dem auch Hybrideingriffe durchgeführt werden. Dies erlaubt ein zeitnahes Risikomanagement bei Komplikationen und die Möglichkeit der sofortigen offen-chirurgischen Versorgung.

Weitere Informationen

» Patienteninformation: Bauchaortenaneurysma / Aortenaneurysma